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Vom Aussenseiter zum Top-Nation: Die Reise des Schweizer Eishockeys
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Vom Aussenseiter zum Top-Nation: Die Reise des Schweizer Eishockeys

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Entdecke, wie die Schweiz vom Mittelklasse-Team zur Eishockey-Grossmacht wurde – mit NHL-Stars, WM-Silber und einer goldenen Zukunft.

Noch vor dreissig Jahren galten wir als nette, aber chancenlose Mittelklasse-Nation – ein Punktelieferant für die Grossmächte Kanada, Russland oder Schweden. Heute schickt die Schweiz über 20 Spieler in die NHL, hat mit WM-Silber 2018 und WM-Final 2024 zwei historische Coup gelandet und steht fest in den Top 5 der IIHF-Weltrangliste. Wie konnte ein Land mit gerade mal 1,5 Millionen lizenzierten Eishockeyspielern (im Vergleich zu Kanadas 600'000) zur gefürchteten Adresse auf dem Eis werden? Die Antwort ist eine Mischung aus strategischer Nachwuchsarbeit, mutigen NHL-Exporten und einem kollektiven Mentalitätswandel, der die Schweizer Eishockey Geschichte neu schrieb. Dieser Artikel führt dich durch die entscheidenden Stationen – von den ersten Schritten in St. Moritz über die goldene Generation der 2010er bis hin zur gesicherten Zukunft.

1. Ein sportliches Wunder: Wie die Schweiz zum Eishockey-Giganten wurde

Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zwischen 2013 und 2024 gewann die Schweiz vier WM-Medaillen – Silber 2013 in Stockholm, Silber 2018 in Kopenhagen, Bronze 2021 in Riga und erneut Silber 2024 in Prag. Davor hatte das letzte Edelmetall 61 Jahre zurückgelegen (Bronze 1953). Parallel dazu explodierte die Anzahl NHL Schweizer Spieler: 2005 waren es gerade drei (Mark Streit, David Aebischer, Martin Gerber), in der Saison 2024/25 stehen 21 Schweizer auf NHL-Rostern – ein Rekordwert. Dieser Aufstieg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer systematischen Förderung, die in den 1990er-Jahren anfing und sich bis heute fortsetzt. Die Eishockey Schweiz Entwicklung zeigt, dass ein kleiner Verband mit cleveren Strukturen die ganz Grossen fordern kann.

2. Die Wurzeln: Von den ersten Schritten auf dem Eis

Gründung und erste Glanzlichter

Am 16. November 1908 versammelten sich in Lausanne sechs Kantonalverbände und gründeten den Schweizerischen Eishockeyverband (SEHV). Damals wurde noch auf Natureis gespielt, und die Schweiz war eine Pioniernation: 1928 richtete St. Moritz das erste olympische Eishockeyturnier auf Kunsteis aus. Der Lohn war die WM-Bronze 1928 – unsere erste internationale Medaille. Legendäre Figuren wie Richard „Bibi“ Torriani prägten diese Ära; Torriani fuhr mit der Schweiz 1936 in Garmisch sogar zu einer olympischen Bronze. In den 1930er-Jahren waren die «Drei Brüder» – die Familie Gerber aus Davos – das Gesicht des hiesigen Hockeys. Doch dann folgte ein langes Tal: Von 1953 bis 1992 gab es kein einziges WM-Edelmetall. Das Spiel war zu amateurhaft, die National League zu schwach, die mentalen Blockaden zu gross.

3. Der Aufschwung in den 1990ern: Silberstreif am Horizont

Swiss hockey 1990s

Das Bronze-Wunder von Prag 1992

Der Wendepunkt war das WM-Turnier 1992 in Prag. Die Schweiz um Trainer John Slettvoll spielte taktisch diszipliniert und schlug im kleinen Finale die Tschechoslowakei mit 5:2. Peter Jaks, der mit sechs Toren und zwölf Punkten zum Topskorer avancierte, und Captain Patrick Fischer (heute Nationaltrainer) waren die Helden. Plötzlich war die Schweiz wieder auf der Landkarte. Die National League profitierte von dieser Welle: Der ZSC Lions gewann 2001 den IIHF Continental Cup – der erste europäische Titel eines Schweizer Klubs. Schlüsselspieler wie Mark Streit wagten den Schritt nach Nordamerika: Streit debütierte 2005 bei den Montreal Canadiens und ebnete den Weg für alle späteren NHL-Stars. Die Schweizer Eishockey Geschichte der 1990er gleicht einer Wiedergeburt – aus dem Nichts wurden wir zu einer soliden Top-Ten-Nation.

4. NHL-Exporte: Schweizer Stars in der Weltliga

Roman Josi – der Captain mit der Norris Trophy

Wenn es einen Spieler gibt, der die neue Ära des Schweizer Eishockeys symbolisiert, dann ist es Roman Josi. Der Berner Verteidiger wurde 2020 als erster Schweizer mit der Norris Trophy für den besten Abwehrspieler der NHL ausgezeichnet. Seit 2017 ist er Captain der Nashville Predators – einer der wenigen Europäer überhaupt, der dieses Amt in der NHL bekleidet. Seine Saison 2023/24 mit 85 Punkten (23 Tore, 62 Assists) zeigt, dass er auf dem absoluten Weltniveau mithält. Josi ist das Paradebeispiel dafür, wie ein NHL Schweizer Spieler nicht nur mitspielt, sondern die Liga prägt.

Nico Hischier – der erste Swiss #1 Draft Pick

Am 23. Juni 2017 wurde Eishockey-Geschichte geschrieben: Die New Jersey Devils wählten Nico Hischier an erster Stelle des NHL Entry Draft – nie zuvor hatte ein Schweizer diesen Rang erreicht. Hischier, ein Center aus dem Wallis, ist heute Captain der Devils und einer der komplettesten Two-Way-Spieler der Liga. Seine defensive Intelligenz und sein Arbeitseinsatz machen ihn zum Vorbild für die nächste Generation. Zusammen mit Kevin Fiala (Los Angeles Kings, 73 Punkte in 2023/24) und Timo Meier (New Jersey, Power Forward) sowie Jonas Siegenthaler (New Jersey, harter Defensivverteidiger) bilden sie den Kern des Schweizer NHL-Kontingents, das jedes Jahr grösser wird.

Weitere Top-Spieler

  • Kevin Fiala: Der Stürmer der LA Kings ist bekannt für seine Dribbelkünste und seinen harten Schuss. 2023/24 erzielte er 29 Tore und 44 Assists.
  • Timo Meier: Der Power Forward der New Jersey Devils setzt auf Körperlichkeit und Torinstinkt. 2022/23 verbuchte er 40 Tore – einer von nur drei Schweizern mit einer 40-Tore-Saison in der NHL.
  • Jonas Siegenthaler: Der Zürcher Verteidiger hat sich bei den Devils zu einem soliden Defensivspezialisten entwickelt und blockt über 100 Schüsse pro Saison.
  • Nino Niederreiter: Der Routinier (Winnipeg Jets) spielt seit über einem Jahrzehnt in der NHL und gewann 2018 den Spengler Cup mit der Schweiz – ein wichtiger Leader in der Kabine.

Diese Spieler sind nicht nur Aushängeschilder, sondern auch Vorbilder für den Nachwuchs. Die Eishockey Schweiz Entwicklung profitiert direkt von ihrer Erfahrung: Viele verbringen die Sommer in der Heimat und trainieren mit Junioren oder investieren in eigene Camps.

5. WM-Final-Einzüge: Der Durchbruch auf höchster Ebene

WM-Silber 2018 in Kopenhagen – der absolute Coup

Am 20. Mai 2018 stand die Schweiz im WM-Final gegen Schweden. Niemand hatte mit uns gerechnet – wir waren die Aussenseiter, die Ungeschlagenen. Im Viertelfinal besiegten wir die USA mit 3:2 (Tore von Vincent Praplan, Grégory Hofmann und Noah Rod), im Halbfinal Kanada mit 3:2 (Tore von Roman Josi, Nico Hischier und Kevin Fiala). Der Final war eine enge Angelegenheit: Die Schweiz führte 1:0 und 2:1, kassierte aber in den letzten fünf Minuten den Ausgleich und verlor in der Overtime 2:3 durch ein Tor von Filip Forsberg. Trotz der Niederlage war WM Silber 2018 ein Meilenstein: Es bewies, dass die Schweiz mit den besten Teams mithalten kann. Die Helden waren Goalie Leonardo Genoni (ab 2018), der eine Fangquote von 93,0 % hatte, und Captain Raphael Diaz, der das Team mit ruhiger Hand führte.

WM-Final 2024 in Prag – erneute Silbermedaille

Sechs Jahre später gelang der nächste Wurf: Im Final der WM 2024 in Prag traf die Schweiz auf Gastgeber Tschechien. Vor 17'000 frenetischen Fans hielten wir lange mit – das 0:2 fiel erst im Schlussdrittel (Tore von David Pastrnak und Ondrej Palat). Die Mannschaft von Patrick Fischer (dem Spieler von 1992, der heute Trainer ist) hatte sich mit Siegen über Deutschland (5:3), Lettland (3:1) und ein dramatisches Penalty-Shootout gegen Finnland im Viertelfinal (2:1 n.P.) ins Finale gekämpft. Erneut war es Roman Josi, der die Abwehr dirigierte, und Kevin Fiala, der immer gefährlich war. Diese beiden WM-Finals zeigen: Die Schweiz ist keine Eintagsfliege mehr, sondern eine etablierte Top-Nation.

Warum diese Erfolge nachhaltig sind

  • Taktische Disziplin: Unter Patrick Fischer spielt die Schweiz ein kompaktes Forechecking-System, das auch gegen technisch überlegene Gegner funktioniert.
  • Torhüter-Riege: Mit Leonardo Genoni, Reto Berra und den jungen Athleten wie Kevin Pasche (2024) haben wir eine der besten Goalie-Traditionen Europas.
  • Teamspirit: Anders als früher glaubt die Mannschaft heute an den Sieg – das zeigt die Serie von fünf Siegen in den Viertelfinals seit 2018.

6. Nachwuchsförderung: Die Zukunft ist gesichert

U20-WM-Silber 2018 in Buffalo – das Versprechen

Nur einen Monat nach dem NHL-Draft von Nico Hischier – im Januar 2018 – gewann die Schweizer U20-Nationalmannschaft die Silbermedaille an der Junioren-WM in Buffalo. Es war der erste Medaillengewinn seit 1998, als die U20 Bronze holte. Spieler wie Nico Hischier (damals noch spielberechtigt), Jonas Siegenthaler und Philipp Kurashev (heute NHL bei Chicago) zeigten, dass die Pipeline läuft. Seither sind die Junioren regelmässig in den Top 6: U20-WM 2024 erreichte die Schweiz den 4. Platz, U18-WM 2023 holte die Mannschaft Bronze – ein Zeichen für die Breite des Talents.

Talente, die du kennen solltest

  • Lian Bichler (ZSC Lions): Der 18-jährige Stürmer wurde 2024 im CHL Import Draft ausgewählt und gilt als technisch versierter Center mit NHL-Potenzial.
  • Simon Meier (HC Lugano): Mit 19 Jahren bereits Stammspieler in der National League, starke Schusstechnik und Spielintelligenz.
  • Zoe Grieder (Frauen-Nati): Zwar kein NHL, aber die U18-Frauen gewannen 2024 Bronze – ein weiterer Beleg für die systematische Arbeit von Swiss Ice Hockey.

Die Rolle der National League als Sprungbrett

Von den 21 aktuellen NHL-Schweizern haben 14 den Weg über die National League (NLA) genommen. Der HC Davos, der SC Bern, die ZSC Lions und der HC Lugano sind die Kaderschmieden. Die Liga ist physisch anspruchsvoll, aber technisch offen – perfekt für junge Talente, die später nach Nordamerika wechseln. Zudem investieren die Klubs in eigene Nachwuchsakademien: Der SCB hat das «SCB Performance Center», der ZSC das «GCK Lions». Die Eishockey Schweiz Entwicklung ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Millioneninvestitionen in Infrastruktur und Ausbildung.

7. Sei dabei: Unterstütze das Schweizer Eishockey

Du willst Teil dieser Erfolgsgeschichte sein? Das Schweizer Eishockey lebt von der Unterstützung der Fans – ob im Stadion, vor dem Fernseher oder im Fanclub. Die Atmosphäre in den NLA-Hallen ist einzigartig: In Bern, Zürich, Davos oder Lugano feiern die Zuschauer jedes Tor, als ginge es um den WM-Titel. Und die Nationalmannschaft spielt regelmässig in der Schweiz – die Heim-WM 2026 in Zürich und Lausanne wird ein Höhepunkt. So kannst du mitmachen:

Praktische Tipps

  • Besuche Heimspiele: Tickets für Spiele der National League kosten ab 30 CHF (Stehplätze). Schau dir ein Spiel deines lokalen Klubs an – vom SCB über die ZSC Lions bis zu Ambri-Piotta. Die Atmosphäre ist mitreissend.
  • Werde Mitglied in einem Fanclub: Der offizielle Nati-Fanclub «The Icehogs» organisiert Reisen zu Auswärtsspielen und bietet exklusive Treffen mit Spielern. Oder schliesse dich dem Fanclub deines Lieblingsklubs an – viele haben eigene Vereinslokale und Aktionen.
  • Verfolge Länderspiele live: SRF und MySports übertragen fast alle WM-Spiele und wichtige NLA-Partien. Schalte ein, wenn die Schweiz gegen Schweden oder Kanada spielt!

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